Nikolaus von Kues
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 Copyright 2006 M.-L. Wasmer, Mehring

 

 

 

 

 

(© 2006 M.-L. Wasmer, Mehring) 

 

Nikolaus von Kues (latinisiert: Nicolaus Cusanus ) wurde im Jahre 1401 als Nikolaus Chrifftz (= Krebs) als Sohn des wohlhabenden Weinhändlers Henne  Crifftz (Krebs) und seiner Ehefrau Katharina, geb. Römer in Kues (heutiger Stadtteil von Bernkastel-Kues) an der Mosel geboren. Mit 15 Jahren beginnt er zu studieren. 1417 beginnt er in Padua dem geistigen Zentrum der damaligen Zeit ein sechsjähriges Studium. In Heidelberg (1416/17) und Padua (1417-23) studiert er Mathematik, Physik, Astronomie, Medizin, antike Philosophie und Jura. Nur nicht Theologie! Mit 22 Jahren erwirbt er den Doktortitel in Jura ( doctor decretorum ). Anschießend folgt das Studium „Theologie“ in Köln.

Er beginnt seine kirchliche Laufbahn, die ihn bis in die Führungsspitze der Kirche bringt:

  • mit 26 Jahren wird er Dekan am Florinstift in Koblenz
  • dann Probst von Münstermaifeld ( 1435 - 1445 )
  • mit 29 Jahren wird er Sekretär des Erzbischofs von Trier und dessen Bevollmächtigter auf dem Basler
    Konzil ( 1432 - 1437 ), zuerst auf Seiten der Konzilspartei dann Parteigänger des Papstes.
  • 1438 wird er Domkanoniker in Lüttich 1438-48 päpstlicher Gesandter bei den deutschen Reichs- und
    Fürstentagen
  • 1450 erhält er das Fürstbistum Brixen (Südtirol) und wird von Papst Nikolaus V. zum Kardinal erhoben (damals einziger deutscher Kardinal)
  • 1450-52 unternimmt er eine Legationsreise durch Deutschland um Kirche und Klöster zu reformieren

Dabei war eines seiner Anliegen die Förderung des Glaubenswissens im Volk. Zeugnis dafür sind die damals aufgehängten und in verschiedenen Kirchen noch vorhandenen Tafeln mit dem Vaterunser und den 10 Geboten in der Volkssprache .

Nikolaus Cusanus war der Erste, der die Konstantinische Schenkung, die als Grundlage für den Kirchenstaat diente und über 700 Jahre lang von niemandem angezweifelt wurde, als Fälschung entlarvte. Nach Streitigkeiten mit Herzog Sigmund von Tirol (der Münzreiche) musste er nach Rom flüchten; behielt aber seine Stelle als Bischof von Brixen bei. Sein Nachfolger wurde Georg Golser . Die letzten sechs Jahre seines Lebens ist er als Generalvikar und Kurienkardinal Ratgeber Pius II. mit einer Reform des Klerus und der allgemeinen Kirchenreform befasst. Er galt als ernstzunehmender Nachfolgekandidat für das nächste Konklave .

Am 11. August 1464 stirbt er in Todi (Umbrien). Sein Grab ist in der Kirche San Pietro in Vincoli in Rom. Sein Herz ruht in der Kapelle des von ihm gestifteten St.-Nikolaus-Hospitals (Cusanusstift) in Bernkastel-Kues/Mosel. Dort befindet sich auch die Bibliothek, die mit ihrer Sammlung von hunderten mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln und Wiegendrucken aus Theologie, Philosophie, Wissenschaft und Mathematik als eine der wertvollsten Privatbibliotheken der Welt gilt.